Einreichungen

Liebe Interessierte, Engagierte, Fleißige und Neugierige,

die Themen psychische Krise, Psychiatrieerfahrung, Rolle von psychisch erkrankten Menschen in der Gesellschaft, Entstigmatisierung, Entwicklung eines guten Lebens, Empowerment oder Recovery bewegen Sie und Sie möchten dringend etwas dazu sagen? Dann werden auch Sie eine*r unserer Autor*innen.

Dieses Jahr lautet unser Thema in alter Manier „Licht ins Unbewusste“. Bleibt es klassisch? Oder schauen wir uns diese Grundpfeiler der modernen Psychologie mit kritischen und fragenden Augen an? Das Unbewusste bestimmt unser Leben weit mehr als unser bewusstes Denken und Handeln. Tief im Verborgenen liegen unsere unliebsamen Schattenanteile, lang verdrängte Sorgen, Ängste, Wünsche und Hoffnungen. Jedoch wollen sich diese scheinbar vergessenen Anteile immer wieder offenbaren: Im Traum, im Witz, in dem, was wir im Anderen suchen oder auch verachten, in dem, was uns immer wieder vermeintlich zufällig begegnet.

Ebenso haben psychische Probleme einen Teil ihrer Ursachen im Unbewussten. Heilung oder Genesung heißt dann auch, sich Unbewusstes bewusst zu machen, es aus den Tiefen in das Licht des Bewusstseins zu holen. Dieser Prozess des Bewusstwerdens fühlt sich nicht immer heilsam – im Gegenteil – oft sogar höchst schmerzhaft an: Wieder bin ich in einer Beziehung, die eine alte Seelenwunde spiegelt; im Narrativ meiner Psychose offenbart sich ein Trauma; die Depression fordert mich auf, meine verborgenen Seelenanteile anzunehmen. Oder wollen mir meine Empfindungen etwas sagen und geben eigentlich Acht auf mich? Wie können wir Taschenlampen erschaffen, die uns helfen, unser Unbewusstes zu beleuchten? Ist das Schreiben eine Hilfe? Können wir so einen Zugang zu unseren Kellern freilegen, in dem es Raum für Spontaneität, Witz und Kreativität gibt?

Vielleicht ist diese Idee des Unbewussten auch kritisch zu betrachten und wir können uns fragen, was wir sehen, wenn wir den Blick von uns selbst abwenden und schauen, was die Gesellschaft zu Heilung und Krisen beiträgt. Wird mit der Suche nach dem Unbewussten nicht auch die Verantwortung in die Hände der einzelnen Menschen gelegt, während sie sich Stück für Stück voneinander entfernen? Kann nicht auch die Verbindung von Menschen mit ähnlichen Erfahrungen und Anliegen dazu beitragen, die Verantwortung an Politik und Gesellschaft zurückzugeben, weil deutlich wird, dass allgemeine Strukturen zu psychischem Leid führen können?

Es gibt die verschiedensten Perspektiven auf das „Licht ins Unbewusste“. Und diese sollten zu Wort kommen. Insofern laden wir Sie herzlich dazu ein, über unser Thema nachzudenken, Ihre eigenen Worte dazu niederzuschreiben und sie an uns zu senden. Nutzen Sie dafür unser Kontaktfeld und fügen Sie Ihren Text, Ihren Artikel, Ihre Prosa oder Ihr Gedicht ein. Laden Sie sich bitte auch unsere Einverständniserklärung herunter und senden Sie sie unterschrieben an uns zurück. Ihr Werk werden wir in unseren Redaktionssitzungen lesen, besprechen, abstimmen und bestenfalls in der folgenden IRRTURM-Ausgabe veröffentlichen. Einsendeschluss ist jeweils der 31. Juli. Alle später eingereichten Texte werden erst in der späteren Ausgabe berücksichtigt.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Schreiben, Inspiration, das Entdecken neuer Themen, die Wonne der Verwirrung, (Neu-) Ordnung und Klarheit!

Solidarische und empowernde Grüße hinterlässt Ihnen,
Ihre IRRTURM-Redaktion

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